"Deutschland sucht den Supermobber" 09.07.2013

Veröffentlicht in 2013

"Deutschland sucht den Supermobber" (WN vom 09.07.2013)
Szenencollage im Bahnhof Wolbeck zum Thema Mobbing
Verschiedene Blickwinkel auf Mobbing bot die Szenencollage der Theater-AG des Bahnhofs Wolbeck.
-jug- MÜNSTER-WOLBECK. Das Schikanieren am Arbeitsplatz, die Ärgerei in der Schule oder der Psychoterrorim Internet: Mobbing hat viele Gesichter und stürzt die Betroffenen in schlimme Situationen. Die Theater-AG des Bahnhofs Wolbeck hat sich über ein Dreivirteljahr intensiv mit der sensiblen Thematik auseinandergesetzt und die daraus entstandene Szenencollage Sonntagabend vor zahlreichen Gästen im Jugendzentrum aufgeführt.
"Mobbing ist ein Thema, zu dem jeder von ihnen etwas aus eigenen Erfahrungen erzählen kann", erklärt Sozialpädagogin Katharina Grützmacher, wie es zur Auswahl des Themas gekommen war. Die Jugendlichen hatten bei der Planung viel über Mobbing besprochen, beispielsweise wie in der Schule damit umgegangen wird. Katharina Grützmacher leitete die 16- bis 20-Jährigen bei den wöchentlichen Proben an und war vom Ideenreichtum begeistert: "Aus ganz vielen verschiedenen Perspektiven blicken wir mit unserer Collage auf Mobbing und seine Hintergründe."
Am Anfang steht eine typische Mobbingszene: Eine Gruppe Jugendlicher beleidigt ein imaginäres Mobbingopfer, das auf einem Stuhl in der Mitte sitzend von den anderen wüste Beschimpfungen über sich ergehen lässt. Es wehrt sich nicht, denn ihm fehlt eine Stimme - bezeichnend für viele Betroffene, die sich in ähnlichen Situationen hilflos und ungehört sich ihrem Schicksal ausgeliefert fühlen.
Die Preisfrage "Deutschland-sucht-den Super-Mobber" wählt einen satirischen Weg, zeigt aber nicht minder deutlich, welche Eigenschaften einen Mobber überhaupt erst ausmachen. in einer weiteren Szene zeigt das Vorlesen einer Sammlung reißerischer Schlagzeilen, wie die Medien mit dem Thema umgehen.
Eine zweite Aufführung der vielseitigen Szenecollage findet am Mittwoch (10. Juli) um 20 Uhr im Bahnhof Wolbeck statt.