Helfer knackten auch Härtefälle WN, 26.03.2012

Veröffentlicht in 2012

Viele Mitwirkende der Aktion "Sauberes Münster" reinigten Straßenränder und Plätze in Münster-Südost

Von Markus Lütkemeyer

Münster-Südost. Unter Brücken, in Straßengräben, am Wegesrand: Die Teilnehmer der Aktion "Sauberes Münster" besorgten auch 2012 den Frühjahrsputz im öffentlichen Raum. In Südost wurden die Freiwilligen wieder mit echten "Härtefällen" konfrontiert.

Wolbeck:" Wir haben eine Rolle Mülltüten - das reicht im Leben nicht", stutzt Johannes Wüstefeld-Beermann nach einer Stunde Müllsammeln am Gleisbett an der Hiltruper Straße. Der hauptamtliche Mitarbeiter am Jugendzentrum "Bahnhof Wolbeck" übernahm zusammen mit 3 Jugendlichen aus der Selbstverwaltung das berüchtigte Areal zwischen Edeka, Lidl und dem Jugendzentrum - es gleicht einer Mülldeponie. "Die letzten 100 Meter zum Jugendzentrum reinigen wir alle zwei Wochen", erklärt Wüstefeld-Beermann. Trotzdem stapeln sich hinter dem Zaun bei den Lebensmittelmärkten Flaschen, Joghurtbecher, Brötchentüten - die vier sind sich einig: Es fehlt hier grundsätzlich an Mülleimern. Insgesamt halfen in Wolbeck 35 Bürgerinnen und Bürger beim Großreinemachen. Koordiniert von der Ortsunion mit Franz-Pius Graf von Merfeld beteiligten sich Privatleute und sechs Vereine an der Aktion der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM). Am Ende gab es für alle Suppe - gesponsert von der Bezirksvertretung.

Angelmodde: Die AWM gingen in Angelmodde in Vorleistung, sie hatten bereits die Gräben am Albersloher Weg vom Müll befreit. Sonst sind die sehr stark verschmutzt: "Hier ist ja alles sauber!", freut sich in diesem Jahr CDU-Frau Renate Sölken.

Derweil machten die Sammler im Wohngebiet Normannenweg seltsame Funde: Sie bargen einen ganzen Haufen Tannenbäume, die in einem Busch versteckt waren. Im Normannenweg ist aber besonders der Bereich um die Kita ein Kriesenherd in Sachen Müll.

Am Wochenende wird der Platz regelmäßig von Heranwachsenden verschmutzt. "Das Problem ist erkannt"; wusste Christoph Feder, der für die CDU die Sammelaktion vor Ort koordinierte. Montags räumen die AWM die Partyreste vom Wochenende auf, mit Jugendarbeit der "Mobile" wird gegengesteuert.

Gremmendorf: Hier machten nur 13 Helfer mit. "Das ist die Hälfte von dem, was letztes Jahr mitgemacht hat", bedauerten die Ratsherren Nicklas (CDU) und Wolfgang Klein (FDP). Dafür war der Anteil junger Helfer hoch. Auch in Gremmendorf zieht besonders der Gleisstrang den Müll an, viel Dreck fanden die Helfer aber auch um den Taxenstand am Albersloher Weg. Nicklas bestellte die AWM im Vorfeld zur Ladenzeile am Albersloher Weg, "aber man sieht schon wieder genau, was gestern Abend erneut abgelegt wurde." "Wir sind heute eine rein schwarz-gelbe Koalition", betonte Niklas, "Die Aktion hätte auch der SPD und den Grünen gut zu Gesicht gestanden".