Das etwas andere Musical - WN 11.01.2011 (Musical)

Veröffentlicht in 2011

Der Titel ist Programm: Im März wollen Jugendliche ihr ungewöhnliches Werk auf die Bühne bringen

 

Von Andreas Hasenkamp

Münster-Wolbeck. Etwas anders soll es sein, das Musical, das eine Gruppe vom Jugendzentrum Bahnhof Wolbeck im Frühjahr aufführen will - und deshalb heißt es auch gleich so: „Das etwas andere Musical“.
Ein kräftiger Schuss „Making of“ ist nämlich mit drin in dem Mix aus theatermäßig gespielten Szenen und Gesangseinlagen. „Mich hat einfach jemand in die Liste eingetragen“, sagt eine Darstellerin zu Beginn des Musicals, das etwa eine dreiviertel Stunde dauern soll. Das Stück wird das erste Musical in den Mauern des Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Bahnhofs sein.

Mit Feuereifer wird zurzeit das „etwas andere Musical“ im Bahnhof Wolbeck geprobt. im März, so hoffen die „Macher“, soll die Premiere über die Bühne gehen.

Die Darsteller sind zugleich die Macher. Sie haben Liedtexte angepasst, etwa den Song „Ich liebe Wolbeck“. Und die Jugendlichen gestalten die Szenen mit viel Einfallsreichtum aus. Das Projekt entwickelt sich von Probe zu Probe weiter. So wie das Gedicht, das von vier Mädchen lebendig dargestellt wird und über das sich Dominik und Philipp anschließend lustig machen. Regisseurin Katharina Grützmacher, als Sozialpädagogin im Jugendzentrum angestellt, erinnert die beiden kurz daran, dass sie das doch bei der letzten Probe „schöner angereichert“ hätten. „Ihr könnt noch gemeiner sein!“, regt sie an und schon nehmen die beiden erneut kreativ Anlauf und kleiden die Szene noch reicher aus. Da entwickelt sich noch mehr, was bei der Aufführung rund um die Zuschauer passieren wird, auf der Bühne und an den Seiten.

Angefangen hat die Arbeit am Musical in den Herbstferien, und sie geht noch weiter. Die knapp 20 Beteiligten im Alter von 14 bis 22 setzen sich nicht unter Druck. Auf eine Woche kommt es nicht an. Bei dieser Probe fehlen ohnehin zwei der vier Jungen und auch einige Mädchen sind erkältet ans Bett gefesselt. Die Premiere soll möglichst im März sein.

Unterdessen achtet Grützmacher darauf, dass alle richtig laut sprechen, die Gestik rüberkommt und jeder den Ablauf verinnerlicht: „Was kommt, wenn Philipp dran war?“ „Wir schon wieder. . .“ schallt es prompt. Um Licht und Technik kümmert sich Lisa.

Während das Stück weiter Gestalt annimmt, wird gemeinsam über Kostüme beraten, ein wenig Bühnenbild soll noch kommen. Wie steht es mit dem Verteilen der Eintrittskarten, und wie sollen die Gäste platziert werden? Im Konzertraum wird sonst gestanden, der Vorschlag „Sofa!“ könnte schwierig umzusetzen sein.

„Es ist besser, schief zu singen als gar nicht zu singen“, wird Peter Maffay zitiert Aber schief singen sie gar nicht, wenngleich Grützmacher da und dort noch nachfassen will.

Gesprochen wird frei, die Liedtexte halten die meisten noch in der Hand - was die Bewegungsfreude aber kaum bremst. „Im singing in the rain“ ertönt, und „Wir sind die Kinder vom Bahnhof“. Ich kann immer noch nicht singen, aber es hat Spaß gemacht“, resümiert eines der Mädchen, und ein anderes meint: „Irgendwie bin ich froh, dass mich jemand in die Liste eingetragen hat“.