Wolbecks Bahnhof hat eine Mission - MZ 14.01.2011 (Chronik 30 Jahre)

Veröffentlicht in 2011

 

Wolbecks Bahnhof hat eine Mission


Chronik eines Jugendzentrums

 


Katrin Noll (l.) und Anika Wilmsen stellen die Festchronik vor. (Foto: Peter Sauer)

Der imposante Backsteinbau mit seinen historisierenden Jugendstilelementen steht schon seit 1901 an den WLE-Gleisen in Wolbeck. Im Herbst 1975 kam dort der letzte Personenzug vorbei. Seit 1979 ist der Bahnhof ein Jugendzentrum - mit eigener Geschichte.

Die ersten 30 Jahre hat das Redaktionsteam um Anika Wilmsen, Katharina Grützmacher und Johannes-Wüstefeld-Beermann zu einer unterhaltsamen und reich bebilderten Chronik zusammengefasst. Mehr als 140 Jugendliche fanden sich 1974 im "Initiativkreis für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum Angelmodde-Wolbeck" zusammen. Daraus entstand ein Trägerverein. Bis heute ist der Bahnhof Wolbeck in Münster und Umgebung einmalig: als von ehrenamtlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegründetes und verwaltetes Jugendzentrum, unterstützt von pädagogischen Mitarbeitern und der Stadt Münster.

Umbauaktionen

Die Wahl fiel auf den verlassenen Bahnhof Wolbeck, weil die jungen Leute aus den Pfarr- und Jugendheimen in Angelmodde-West und Wolbeck hinausgeflogen waren. Johannes Wüstefeld-Beermann ist "Gründungsvater" des Bahnhofs, arbeitet dort als Sozialpädagoge. Ob Streichen, Zimmern, Steine schleppen, Dekorieren oder Organisieren: Jede neue Generation Jugendlicher hat im Bahnhof eine größere Umbauaktion durchgeführt, viele Lehrlinge bringen ihr Wissen mit ein. Die Eichenbretter der Theke stammen von der alten Tiergartenbrücke.

Die H-Blockx probten regelmäßig im Bahnhof, auch Roger Trash und Carsten Höfer traten auf. Ein heute gefragter DJ bediente schon als Elfjähriger das Mischpult im Bahnhof.

Auch Schattenseiten sind erwähnt

Die Jubiläumschronik widmet sich auch den Schattenseiten. Sie erzählt von Problemen mit Alkohol und Gewalt, vom Kampf um Lärmschutz und von einem Brandanschlag 1998.

Knapp ein Drittel der Gesamtkosten werden im Jahresschnitt selbst erwirtschaftet - durch Veranstaltungen, Café-Betrieb, Spenden und Teilnehmerbeiträge. Auch Erwachsene sind gern gesehene Gäste im Bahnhof Wolbeck, bekommen dort jederzeit einen Kaffee oder ein Wasser angeboten. pws

 

Chronik und Cafe

Die Festchronik "30 Jahre Jugendzentrum Bahnhof Wolbeck" gibt es für 8 Euro im Bahnhof Wolbeck. das Jugendcafe ist dienstags bis donnerstags von 15 bis 21 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Jeden Freitag findet ein Konzert, eine Theatervorstellung oder eine Party statt. dazu gibt es zahlreiche Sonderaktionen und regelmäßige sozialpädagogische Beratungsangebote. pws