Greenhorns, Freaks und Halbprofis

Veröffentlicht in 2009

WN

Zum zweiten Mal fand ein Band-Workshop im Jugendzentrum „Bahnhof Wolbeck“ statt

 

Von Julia Rox

 

Münster – Wolbeck. Der kleinste gemeinsame Nenner: Musik. Besser: Die Leidenschaft für Musik. Da trifft der Metal-Anhänger, ein Spezialist für „Powercords“ auf ein E-Gitarren-Greenhorn, das bislang fast ausschließlich auf seiner Akustikgitarre geklampft hat. Eine junge Musikerin, sie hat gerade angefangen, Schlagzeug-Unterricht zu nehmen, kann erstmals Band-Luft schnuppern. Bestehende Bands tun sich mit anderen passionierten Freaks zusammen, um mit ihnen gemeinsam „das Haus zu rocken“.

Keine Frage: Der zweite Band-Workshop im Jugendzentrum „Bahnhof Wolbeck“ hat zusammengebracht, was in gewisser Weise zusammengehört. Junge Leute mit Spaß an der Musik, zum Teil von ganz unterschiedlichen Stilen und Strömungen geprägt und inspiriert, die neugierig sind auf das Können des anderen und voller Elan, in ungezwungener Atmosphäre gemeinsame Töne anzuschlagen sowie den einen oder anderen bislang unbekannten Kniff dazuzulernen.

All das bot der nunmehr zweite Band-Workshop, der unter der Leitung des Sozialpädagogen Johannes Wüstefeld-Beermann im ehemaligen Wolbecker Bahnhof durchgeführt wurde, und an vier Abenden rund 20 bis 25 Musiker aus Wolbeck, Gremmendorf und Münster in das alte Gemäuer lockte.

Sehr angetan zeigte sich Wüstefeld-Beermann von der Resonanz auf den Workshop, den er bereits in vergleichbarer Form in den Osterferien dieses Jahres angeboten hatte. Auch er hat sich noch etwas vom Gitarristen der Metal-Band „Devil´s Night“ abschauen können. Allerdings sei dem halbprofessionellen Musiker seine Ausrüstung zugute gekommen. „Man benötigt für die „Powercords-Humbucker“ bestimmte Tonabnehmer, die ich nicht habe, dementsprechend bescheiden klingt das auf meiner Gitarre“, berichtete Wüstefeld-Beermann leicht amüsiert von seinen ersten Geh-Versuchen als „Metal-Musiker“.

Umso zufriedener zeigte er sich, dass das Jugendzentrum dank der Unterstützung von Sponsoren und der Bezirksvertretung Südost mittlerweile für junge Musiker bestens gerüstet sei. Der „Bahnhof“ nennt inzwischen ein Schlagzeug, zwei E-Gitarren und eine Bassanlage sein Eigen. Auch seien die Instrumente von guter Qualität. „Oft haben wir hier drei, vier Bands“, berichtete Wüstefeld-Beermann von Konzertabenden: „Bevor die sich auf eines ihrer Schlagzeuge einigen, nehmen die gleich unseres.“

Er hofft, dass sich dieses Engagement weiter auszahlen wird, und dass der Workshop als feste Größe im Programm etabliert werden kann. Am liebsten würde der Sozialpädagoge den ehemaligen Bahnhof den jugendlichen Musikern regelmäßig auch außerhalb der Ferien für Jam-Sessions und dergleichen zur Verfügung stellen. „Vielleicht klappt es, dass wir demnächst regelmäßig einmal in der Woche hier einen Workshop durchführen können.“

Als einziges Problem sieht er dabei lediglich die begrenzte Zeit, die den Jugendlichen zur Verfügung steht: Viele sind außerhalb der Ferien so eingespannt, dass sie Luft dafür haben. Seitens des Jugendzentrums ist keine Hürde mehr zu überwinden. Platz und Equipment stehen bereit. Eine Band, die den Bahnhof Wolbeck regelmäßig als Probenraum nutzt, war auch beim Workshop in den Herbstferien vertreten: Die drei Jungs von „The Incognitos“ mischten sich unter die Teilnehmer und freuten sich über neue Anregungen.

Die Sängerin Anika Wilmsen zog zum Abschluss des Workshops ein positives Fazit: „Es ist gut, so neue und ganz verschiedene Einblicke bekommen zu haben!“