Jubiläums-Punk in „Hempeltown“

Veröffentlicht in 2009

 

Westfälische Nachrichten 03.11.2009


Die Hotten Hempels feierten 25.Geburtstag taufrisch mit einem Konzert im Bahnhof Wolbeck

Von Andreas Hasenkamp

 

Münster - Wolbeck. So innigen, herzlichen Kontakt mit dem Publikum muss man erst mal haben können: Peter Lorenz genannt „Pilo“, Frontmann als Texter, Sänger und Gitarrist bei den „Hotten Hempels“, zelebrierte ihn am Freitagabend im Jugendzentrum Bahnhof Wolbeck in Wolbeck alias „Hempeltown“ zu deutsch betextetem Spaß-Punk und schönstem Gitarren-Rock plus Schlagzeug-Wirbel.

Mit „Pilo" musizierten Jörg Rohlfink alias „Pogo“ am Schlagzeug und Matthias Höbeler alias „Mattez“ an der Bass-Gitarre, seit 2007 bei der Band. Alle trugen orangefarbene Hemden mit Schlips, „Pilo“ kam außerdem mit seinem schwarzen Totenkopf-Zylinder.

Also nicht ganz die Original-Besetzung. Dazu fehlten noch Bassist Ralf Schomaker und Arno Beckendorf, Gitarre. Aber dessen Bruder Felix war gekommen und übermittelte den Sound per Handy live zum Bruder in Südamerika. Von wo aus der gleich seine Begeisterung über das Konzert übermittelte.

Hier gab’s „Der Profi“ auf die Ohren, auch „Barfuß im Regen“, „Ich wünscht Du wärst hier“ - ein gerocktes, eingedeutschtes „Wish you were here“ Pink Floyd, „Geheim unterwegs“ und etliche neue Titel: ungestüme Lebenslust mit Liebe und Wortwitz.

Die Nachricht vom Geburtstags-Auftritt hatte sich herumgesprochen und der Saal war voll. Von etwa 18 bis 48 mag die Altersspanne gereicht haben. Und diese Fans hatten auch was drauf: Sie sangen nicht nur Refrains, sondern gern auch mal mittendrin einen ganzen Text.

Einen eigenen Fußballverein haben die Hempels auch, die bei der Mini-WM spielende Theken-Mannschaft „TSV Hempeltown“. Auch die zeigten Präsenz.

Als Support hatten die Hempels die „Sundrups“ auftreten lassen – eine sechsköpfige Band mit frechem Sound dem Motto „Verliebt in das alles!“ Die aus dem Publikum geforderte Zugabe mussten sie sich verkneifen, die „Hotten Hempels“ und ihre Fans wollten Geburtstag feiern. Die „Hotten Hempels“ treten im Dezember noch einmal in Rheine und in Münster auf. Und noch eines ließen sie durchblicken Vielleicht hört man sie 2010 auch wieder einmal in „Hempeltown“. ® Weitere Informationen im Internet unter: www.hotten-hempels.de .

 

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Wurzeln in „Hemepltown

Ein echtes Heimspiel: Im „Bahnhof“ spielten die „Hotten Hempels“ schon öfters, auch 2000, zusammen mit den H-Blockx, zur Neu-Eröffnung des Jugendzentrums. Mit Freude vermerkte Sänger „Pilo“, dass sich Helmut Beermann ans Mischpult gestellt hatte – wie in den 80ern, als es ein Open-Air-Konzert vor dem Bahnhof gab. Die Location „Bahnhof“ schätzt Lorenz sehr – „eine Perle ist dieser Laden, was Licht und Ton betrifft“. Das Jugendzentrum habe sich sehr gut entwickelt. Es war der fünfundzwanzigste Geburtstag der Band. Wie die poetisch veranlagten Musiker, alle Sprösslinge des Wolbecker Schulzentrums, auf ihrer Website schreiben: Mitte der 80er Jahre sprossen die „ersten zarten Keime der saat wie die Vorboten süßer Früchte unter der Frühlingssonne Hempeltowns empor“. Drei CDs sind seither herangereift, eine vierte in Vorbereitung. Lange hatte man sich nicht als Band betrachtet, sondern als Spaßprojekt für zwischendurch. 1998 reifte die Idee zu einem Konzert, erst seit 2000 sieht man sich als Band. Damit hat sich, so „Pilo“, ausgerechnet das mit dem wenigsten Ernst verfolgte Projekt als das Dauerhafteste erwiesen. Der Name „Hotten Hempels“ setzt sich zusammen aus „Hotten Totten“ und dem Ausspruch „Hempels unterm Sofa“.