Sehen, wo der Schuh drückt

Veröffentlicht in 1994

Westfälische Nachrichten

Sehen, wo der Schuh drückt

Sozialdezernentin Helga Bickeböller besuchte "Bahnhof Wolbeck"

Münster-Wolbeck. Sehen, wo der Schuh drückt und die jeweilige Arbeit vor Ort kennenlernen - das möchte Sozialdezernentin Helga Bickeböller mit ihren regelmäßigen Besuchen in sozialen Einrichtungen Münsters. Bei ihrem letzten Besuch im Jugenzentrum Bahnhof Wolbeck, dessen Träger ein kleiner Verein aus ehrenamtlichen Freunden und Mitarbeitern ist, informierte sich Helga Bickeböller über das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Jugendlichen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Im ehemaligen Bahnhof gibt es neben regelmäßigen Partys an Freitagen mit bis zu 150 Besuchern auch Rockkonzerte, Kabarett, eine Mädchengruppe und einen Werkraum. Künftig soll das Angebot um eine weitere Attraktion reicher werden. Jugendliche und die Sozialpädagogen Johannes Wüstefeld-Beermann und Manfred Schoppmeier planen zur Zeit den Umbau ihres Cafés. Was bei der Einrichtung 1983 zunächst nur als Café für Mitarbeiter gedacht war, soll nach dem Wunsch des Vereins künfig ein Angebot für junge Leute sein, die neben den regelmäßigen Discoabenden auch eine Gelegenheit zu Unterhaltung in ruhiger Atmosphäre suchen. Geld für den Umbau des Cafés zu einem geräumigen und gemütlichen Treff erhofft sich das Team vom Bahnhof Wolbeck unter anderem von der Stadt. 45 000 Mark, schätzt der Trägerverein, wird der Umbau kosten. Zwei Drittel davon will er durch Eigenleistungen und Spenden aufbringen, ein weiteres Drittel erbittet der Träger von der Stadt. Den Antrag dafür nahm Helga Bickeböller vor Ort in Empfang.

Den weiteren Wunsch des Jugendzentrums nach pauschalen städtischen Zuwendungen könne sie zwar nicht ohne Weiteres erfüllen, so Helga Bickeböller, doch sei es grundsätzlich Ziel der Stadt, bei der Förderung Freiräume zu ermöglichen. "Der Arbeitskreis offene Jugendarbeit mit freien und öffentlichen Trägern soll demnächst dazu ein Rahmenkonzept erarbeiten", erläuterte die Sozialdezernentin. Das bürgerschaftliche Engagement und die Eigeninitative der Jugendlichen im Bahnhof Wolbeck gelte es zu unterstützen.

 

Im Jugendzentrum "Bahnhof Wolbeck" sprach Sozialdezernentin Helga Bickeböller (r.) mit den Sozialpädagogen Manfred Schoppmeier und Johannes Wüstefeld-Beermann sowie den ehrenamtlichen Mitarbeitern Torben Brösel und Sarah Lutz (v.l.).