Presseberichte

Im Bahnhof geht die Post ab

Veröffentlicht in 2000

Westfälische Nachrichten

 

Im Bahnhof geht die Post ab

Jugendzentrum offiziell wieder eröffnet / "H-Blockx" zu Gast

Von Julia Canstein

Münster-Wolbeck.

"Wie Phönix aus der Asche" ist der Bahnhof Wolbeck aufgestiegen - im wahrsten Sinne des Wortes, denn nach einem Brandanschlag im September 1998 sind die Umbauarbeiten im Jugendzentrum nun abgeschlossen. Den Vergleich mit dem Sagenvogel zog Johannes Wüstefeld-Beerman, einer der drei fest angestellten Sozialpädagogen und Mitbegründer des Bahnhofs, bei der Eröffnungsfeier des neuen Konzertraums am Sonntagnachmittag.

Vertreter von Politik, Verwaltung und Kirchen sowie Mitarbeiter und Interessierte fanden sich im ehemaligen Güterlagerraum ein, wo nun Konzerte und Kabaretts veranstaltet und Partys gefeiert werden können: auf 100 Quadratmetern statt wie bisher 62. 18 Jahre lang war der Veranstaltungsraum genutzt worden, bevor sich das Jugendzentrum nach dem Brand nach anderen Räumlichkeiten umsehen musste.

Hier erinnerte Wüstefeld-Beermann an die Hilfe von Pfarrer Stefan Kreutz, der den Jugendlichen Räume im evangelischen Gemeindezentrum zur Verfügung gestellt hatte. Sein Dank galt auch den Vertretern der Kommunalpolitik und des Jugendamtes, dem Architekten und dem Bauleiter, die den Umbau des Jugendzentrums erst ermöglicht hätten. Ein besonderes Dankeschön galt natürlich vor allem den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, ohne deren unermüdlichen Einsatz - oft bis in die Nacht - die Renovierung nicht so schnell abgeschlossen worden wäre.

Nicht nur der Veranstaltungsraum erstrahlt nun in neuem Licht, auch der Rest des Gebäudes wurde saniert. Bezirksvorsteher Markus Lewe weihte den Bahnhof als "Reisender" ein, mit einem Koffer "voll guter Wünsche" der örtlichen Politiker. So holte er unter anderem eine CD mit dem Wunsch nach "guter Mucke", eine Rose als Symbol für den Wunsch nach Gewaltlosigkeit sowie warme Socken aus dem Koffer, damit die Mitarbeiter des Jugendzentrums "nie kalte Füße kriegen".

Nicola Averbeck sprach im Namen der Mädchengruppe, die beim Umbau kräftig mitangepackt und im Zuge der Arbeiten einen eigenen Raum bekommen hat.

Von den Umbauarbeiten des Veranstaltungsraums berichtete Daniel Rotenberger. Zahlreiche Jugendliche hatten ehrenamtlich unter anderem die Theke mit Rolltor und das DJ-Pult gebaut, Fliesen gelegt, die Musik- und Lichtanlagen eingestellt und sich nicht zuletzt an den Schallschutzarbeiten beteiligt. Die Nachbarn brauchen nun keine Lärmbelästigung mehr zu befürchten, denn die Anforderungen des Schallschutztgutachtens wurden mehr als eingehalten.

Der neue Schallschutz wurde am Abend bereits auf die erste harte Probe gestellt: Im Rahmen der Eröffnung des Jugendzentrums ließen die beiden Wolbecker Bands "H-Blockx" und "Hotten Hempels" im ausverkauften Konzertraum die Wände wackeln.

Zum Dank gab's Power für die tobende Meute

Veröffentlicht in 2000

Münstersche Zeitung

 

"H-Blockx": Überraschungs-Gig im Bahnhof Wolbeck

Zum Dank gab's Power für die tobende Meute

KLM.

"Jetzt ist der richtige Moment, allen zu danken, die uns in den vergangenen zehn Jahren die Treue gehalten haben. Und dazu gehört auch der Bahnhof Wolbeck, hier durften wir unser erstes Demo aufnehmen." Sänger Dave hatte - wie auch die anderen Musiker der "H-Blockx", Henning, Tim, Gudze und Mason - beim Überaschungsauftritt alle Sympathien gewonnen.

Dass sie nach dem Umbau des Jugendheims Alter Bahnhof Wolbeck, das sich zu einem wahrlich beeindruckenden Club nach Art des "Odeons" gemausert hat, zur Eröffnung am Sonntagabend auftreten würden, war für sie Ehrensache.

Wolbeck ist die Heimstätte der "H-Blockx", "heir im Jugendheim habe wir unser erstes Bier getrunken und zum ersten Mal geknutscht", lacht Dave nach dem Auftritt an der Theke im Gespräch. Und die Gäste waren hoch zufrieden, hatten einen schweißtreibenden Power-Auftritt der Crossover-Band erlebt.

Ohne Plakatwerbung oder Ankündigung waren etwa 200 Gäste gekommen, per Mundpropaganda über den Auftritt informiert, langjährige Freunde und ganz junge Fans, die treuen eben. Ebenso waren bekannte Gesichter anzutreffen wie David Rebel (Gitarrist bei Meister Boa) und andere Musiker der hiesigen Szene.

"Wooolbeck, geht's euch gut?" shoutete Henning. "Dieser Song wurde 1991 zum ersten Mal hier im Bahnhof aufgelegt." "Risin' High". Da tobte der Saal. Unter der Decke ein Traversen-Dreieck, von dem die Bühne in blaues und grünes Licht getaucht wurde, viele weiße Spots, Könner auf einer professionellen Bühne. Jubelnde Fans ließen sich über die Menge jonglieren. Dennoch blieb alles ganz familiär, entspannt... Und Schnittchen gab's für 50 Pfennige.

Und ein "Altstar" kam als Überraschungsgast auf die Bühne, mit dem die "H-Blockx" kürzlich erst einen Hit landeten: Richtie Jung á la Dr. Ringding himself erinnerte daran, dass er einst noch mit "El Bosso & den Ping Pongs" im Bahnhof Wolbeck zu ersten Mal auf der Bühne stand. In super Party-Laune gaben sie den tobenden Gästen dann Johnny Cashs "Ring of Fire".

Und Henning, Dave und Grandseniore Dr. Ring Ding ließen zwei Jungen  - vielleicht gerade mal zehn Jahre alt - auf der Bühne kräftig den Refrain von "Move" singen. Henning bedankte sich und meinte: "Ihr hier passt auf, dass die beiden so wild bleiben!" Selbst gehörten die "H-Blockx" auch einmal zum musikalischen Nachwuchs. "So banal es klingen mag, wenn uns das Umfeld im Bahnhof hier nicht so gefördert hätte, wären wir nicht so weit gekommen, wie wir es sind", erzählte Dave, als das Equipment wieder in den Koffern verstaut wurde - für den Auftakt der "Crossing All Over-Tour" heute in Erfurt.

Erste harte Probe mit Bravour gemeistert

Veröffentlicht in 2000

Münstersche Zeitung

 

Jugendzentrum Bahnhof Wolbeck wieder geöffnet

Erste harte Probe mit Bravour gemeistert

Wolbeck (TSB) - Am Bahnhof Wolbeck ist der Zug noch lange nicht abgefahren. Das Jugendzentrum, um das es im September '98 nach einem Brandanschlag schlecht zu stehen schien, präsentierte sich am Sonntagnachmittag nach einem Umbau in Bestform.

Gemeinsam mit Politikern der Bezierksvertretung Südost, den zuständigen Ratsmitgliedern, Politikern aus dem Arbeitskreis Kinder, Jugendliche und Familie, sowie mit den Wolbecker Pastören und Schulleitern wurde eine Lokalität eingeweiht, die vielen Wolbecker Jugendlichen seit langem am Herzen liegt.

Denn neben Partys und Konzerten befindet sich im "Bahnhof" auch eine Cafeteria. Der Mädchentreff ist seit Jahren beliebt, Workshops, Kanutouren, Grillabende und Freienfreizeiten gehören zum festen Programm.

Für alles ist jetzt nach dem Umbau, der ohne die Hilfe von Politikern und viel ehrenamtlichem Arbeitseinsatz niemals von statten gegangen wäre, der nötigen Raum gegeben. Nach dem Brandanschlag standen überhaupt keine Räumlichkeiten mehr zur Verfügung. Die verschiedenen Gruppen Jugendlicher mussten in das evangelische Gemeindezentrum umziehen.

Grund zur Freude für Johannes Wüstefeld-Beermann, Manfred Schoppmeier und Hedwig Schwaaf, drei hauptamtlich dort beschäftigten Sozialpädagogen, die dem Bahnhof seit langem verbunden sind und die sich nun, wio dieser offiziell eingeweiht wurde, auf die vielen positiven Veränderungen freuen:

"Wir alle sind sehr froh, dass ein Jugendzentrum geschaffen werden konnte, das sich sehen lassen kann und das von nun an mehr Platz nicht nur für Partys und Konzerte, sondern auch für Theater und Cabaret bietet."

Dass die neue Bühne standhält, wurde gleich am Sonntagabend unter Beweis gestellt. Bei einem Konzert der "H-Blockx", deren Demotapes einst im Bahnhof Wolbeck gespielt wurden, ging es mit den "Hotten Hempels" als Vorband so zur Sache, dass die Bretter, die die Welt bedeutetn, auf eine erste harte Probe gestellt wurden.

Eine Probe, die mit Bravour gemeistert werden konnte.

Brandfolgen vergessen

Veröffentlicht in 1999

von André Hagel


Bahnhof Wolbeck wird für 460000 Mark aufgemöbelt

Am 1.September ist es soweit: Ein Jahr nach dem Brand im Jugendzentrum "Bahnhof Wolbeck" fällt der Startschuß für die Neubaumaßnahmen im Disco- und Konzertbereich des Jugendtreffpunkts. Wenn diese Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sind, wird sich das rustikale Gebäude Am Steintor in einem völlig neuen Gewand präsentieren.So wird der vorhandene Discoraum, der gleichzeitig für Konzertveranstaltungen genutzt wird und momentan noch 7,80 Meter Länge mißt, auf insgesamt 16 Meter verlängert und hierdurch hinter der geplanten Konzertbühne über zwei zusätzliche Lagerräume verfügen. Um diesen Raumgewinn zu ermöglichen, muß die Rückwand des Discoraumes weichen, wie Johannes Wüstefeld-Beermann, dienstältester Sozialpädagoge des Zentrums und Planungsleiter, erläutert: "Für den Anbau werden massive Kalksandsteinquader verwendet und als zusätzlicher Schallschutz eine Verschalung mit 30 Zentimeter Abstand zur Wand über den Raum gezogen." Effekt dieser Verkapselung des Disco- und Konzertbereiches: "Der Lärm bei Konzerten gelangt nicht nach außen, sondern wird von dem Gebäude aufgefangen." Zwar habe man, wie Wüstefeld-Beermann gegenüber den WN erklärt, behördlicherseits eine Genehmigung, zehnmal im Jahr den üblichen Geräuschpegel zu überschreiten. Dank der neuen Schallisolierung hoffe man aber, auch dann für Nachbarn nicht hörbar zu sein, wenn es bei Konzerten einmal richtig hoch hergeht. "Unser Ziel ist es, nicht über den Ausnahmepegel zu kommen". Doch nicht nur im Discoraum, in dem der Sozialpädagoge zusammen mit seinen Mitarbeitern bereits an einer Theke und dem Cockpit für den Discjockey baut, wird sich in Zukunft so einiges tun: Im Zuge der Baumaßnahme wird der gesamte ehemalige Bahnhof mit neuen Fenstern und Türen versehen sowie ein neues Heizungssystem installiert. Gleichzeitig werden die Wasserschäden im Aufgang des Jugendzentrums beseitigt. Schon seit längerem bereitet die Feuchtigkeit im Gemäuer Probleme. "Eigentlich sollten die neuen Fenster erst 2001 kommen, jetzt wird das aber alles in einem Zug erledigt", freut sich Wüstefeld-Beermann über die vorteilhafte Planungsänderung. Auf 460000 Mark beläuft sich das Gesamtvolumen der Baukosten, die von der Stadt Münster getragen werden. Und wenn alles wie geplant läuft, wird Wüstefeld-Beerman zusammen mit seinen Kollegen und den Jugendlichen am Ziegenbocksmontag 2000 den "neuen" Bahnhof einweihen.

 

Säge statt Disco

Veröffentlicht in 1999

Westfälische Nachrichten

 

Säge statt Disco

Jugendliche renovieren Bahnhof

Münster-Wolbeck.

Statt Discorhythmen erfüllt zur Zeit das Kreischen der Kreissäge das Jugendzentrum im alten Bahnhof  in Wolbeck. Die Renovierungsarbeiten laufen hier auf Hochtouren. Bei ihrem Besuch im Wolbecker Jugendzentrum, dessen Erdgeschoß nach einem Brandanschlag ausgebrannt war, begrüßten die kinder- und jugendpolitische Sprecherin der CDU-Ratsfraktion und Bürgermeisterin Marie-Theres Kastner und der CDU-Ratsherr Markus Funk den engagierten handwerklichen Einsatz, mit dem der alte Bahnhof nun wieder veranstaltungstauglich gemacht werden soll. "Der gesamte Innenausbau wird von den Vereinsmitgliedern und den Jugendlichen in Eigenleistung erbracht", berichtet der Leiter der Jugendeinrichtung Johannes Wüstefeld-Beermann. Von der Stadt werden die Außenarbeiten samt Kosten übernommen. Dazu gehören unter anderem ein zuverlässiger Schallschutz und die Erweiterung des Veranstaltungsraumes um einen leicht erhöhten Bühnenraum nebst Garderobe. Marie-Theres Kastner freute sich bei der Besichtigung besonders, dass künftig ein eigener Raum für Mädchenarbeit in dem Jugendzentrum zur Verfügung stehen wird.  Durch die Vergrößerung des Fetenraumes findet hier nun auch die Theke Platz, die bislang in einem separaten Raum untergebracht war. Dieser ehemalige Barraum wird umgestaltet und dann von der Mädchengruppe genutzt", so der Leiter des Jugendzentrums. Im Februar soll die Renovierung des Jugendzentrums weitgehend abgeschlossen sein, so dass zum ZiBoMo die erste Veranstaltung über die Bühne gehen kann.