Presseberichte

Mädchen richten sich eigenen Raum ein

Veröffentlicht in 1999

Westfälische Nachrichten

 

Mädchen richten sich eigenen Raum ein

Umbau im Jugendzentrum Bahnhof Wolbeck / Sachspenden für die Einrichtung willkommen

Von André Hagel

Münster-Wolbeck.

Noch vor wenigen Wochen glich der Raum eher einer Rümpelkammer. Inzwischen bekommt der Betrachter allerdings bereits einen ungefähren Eindruck davon, wie heimelig er sich in zwei Monaten dem prüfenden Auge darbieten wird. Sind doch momentan die Mitglieder der Mädchengruppe im Jugendzentrum "Bahnhof Wolbeck" emsig damit beschäftigt, den ihnen zugesprochenen Teil des Jugendtreffs nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen umzugestalten.

"Die jetzige Mädchengruppe besteht seit zwei Jahren, und wir haben zur zeit 15 Aktive", erläutert Hedwig Schwaaf, die seit viereinhalb jahren als Mädchenarbeiterin im bahnhof Wolbeck tätig ist. "Bisher haben wir uns immer zu Gesprächen und Diskussionen in den Raum gesetzt, in dem ansonsten der Getränkeausschank stattfand. Das war natürlich nicht gemütlich, weil es eben nicht unser eigener Raum war." Der Nachteil, im Haus keine feste Bleibe zu haben, hat sich mit den bereits zu einem guten Teil laufenden Umbaumaßnahmen im Jugendzentrum (die WN berichteten) erledigt: Die Getränketheke zieht in den bereits in Bau befindlichen Discoraum um, die Mädchengruppe in den nun verwaisten ehemaligen Ausschankraum ein.

Der ca. 20 Quadratmeter große Raum, in dem die Mädchen künftig zusammenkommen werden, bleibt somit zwar der selbe - das Ambiente aber soll keinesfalls mehr daran erinnern, dass man hier einmal wie in einer Transitzone zusammen gehockt hat. Die ersten Arbeiten hierzu sind bereits abgeschlossen: Die Getränketheke ist herausgerissen und entsorgt worden, die alte Wandverkleidung zum Teil entfernt, eine beim Sitzen in Kopfhöhe in den Raum ragende und hierdurch die Neubewohner störende Holzleiste demontiert. "Eine große Aktion war es, den Holzfußboden abzuschleifen. Das hat den ganzen Tag in Anspruch genommen", bilanziert die Mädchenarbeiterin Schwaaf die hinter der Gruppe liegenden Arbeiten, während ihre Mitstreiterinnen Lisa Plesker, Anna Sinofzik und Karina Kortenjam bereits über der Organisation der nächsten Fete brüten.

Die Liste der nach anstehenden Arbeiten ist lang: Im Zuge der im Bahnhof anstehenden Umbaumaßnahmen wird auch der Mädchenraum neue Fenster und anstelle der alten Nachtspeicheröfen in Kürze ein modernes Heizungssystem bekommen. Gelbtöne sollen künftig dem Raum eine freundliche Atmosphäre verleihen, eine Stoffbespannung die Decke zieren. Besonderes Schmuckstück: eine neue Küchenzeile. "Dann können wir hier auch Kaffee machen und kochen", freut sich Hedwig Schwaaf. "Oben im Café sind nur zwei Kochplatten vorhanden."

Die geschätzten Gesamtkosten für das Projekt belaufen sich auf 12 000 DM, wovon 4800 Mark auf das Küchensystem entfallen. 3600 Mark der Gesamtkosten werden dabei von der Stadt Münster getragen, der restliche Aufwand durch Rücklagen des Fördervereins und durch Spenden gedeckt. Für letztere sind die rührigen Gruppenmitglieder jederzeit ofen, wie die 16-jährige Lisa Plesker versichert: "Über Spenden wie Kochtöpfe oder auch Sofas würden wir uns sehr freuen."

Die Bühne am Jugendzentrum nimmt auch schon Gestalt an

Veröffentlicht in 1999

Westfälische Nachrichten

 

Die Bühne am Jugendzentrum nimmt auch schon Gestalt an

Die Arbeiten am Bahnhof verlaufen zügig

-hag- Münster-Wolbeck.

Die Arbeitsgeräusche sind nicht zu überhören, und schon der erste Blick zeigt es ohne Zweifel: Am Jugendzentrum "Bahnhof  Wolbeck" haben Bauarbeiter die Regie übernommen.

Seit nunmehr drei Wochen laufen die Maßnahmen für den Erweiterungsbau des altehrwürdigen Gemäuers, das um einen Disco- und Konzertraum ergänzt wird. Zur Freude von Johannes Wüstefeld-Beermann, als dienstältester Mitarbeiter des Jugendtreffs mit der Leitung des Projektes betraut, ist man schon deutlich voran gekommen. So sind bereits das Dach entfernt und eine Baustellenschutzwand im künftigen Konzertsaal eingebaut worden. Momentan sind die Arbeiter damit beschäftigt, das Bühnenfundament zu schaffen: 6,30 mal 3,0 Meter wird die Aktionsfläche messen. Hinzu kommen 2,90 mal 1,30 Meter für ein vorgesehenes Schlagzeugpodest, nebst zwei Stauräumen im rückwärtigen Bereich der Bühne. Jeden Morgen um 7.30 Uhr beginnen die Bauarbeiter mit ihrem Tagespensum. Und das wird so fleißig abgeleistet, dass Wüstefeld-Beermann bereits die nächsten Schritte im Blick hat: "Wen die Betonaußenschale steht, wird das ganze mit 40 Kubikmetern Schotter aufgefüllt. Darauf kommt eine Isolierschicht, und auf diese wird als Bühnenboden eine 20 cm dicke Betonschicht gezogen." Estrich, Filz und zwei Lagen Multiplex-Sperrholz bilden den Abschluss der Bodenarbeiten. Und wer glaubt, dass zumindest der geplante Filzbelag hierbei fehl am Platze sei, der sieht sich schnell eines Besseren belehrt: "Der Filz sorgt für ein Abfedern. Das macht das Tanzen angenehmer. Schließlich bewegen sich die Leute dabei", erläutert Bauleiter Wüstefeld-Beermann.

Als erstes Etappenziel haben er und seine Mitarbeiter den 11. November ins Auge gefasst. Dann soll mit der Außenwand und der Betondecke der Rohbau stehen und dem Betrachter einen ersten Eindruck vom zukünftigen Erscheinungsbild des Bahnhofs vermitteln. Bis es soweit ist, wird sich die Mannschaft des Jugendzentrums aber nicht nur um den Bau selbst, sondern ebenso um seine künftige Nutzung Gedanken machen: Heute Nachmittag packen Hauptamtliche und Helfer ihre Koffer und siedeln für das Wochenende nach Haltern um. Neben der Besprechung der laufenden Arbeiten soll dort auf einem Strategietreffen das künftige Programm des Bahnhofs in Sachen Kultur ausgearbeitet werden.

Bahnhof bleibt Baustelle

Veröffentlicht in 1999

Westfälische Nachrichten

 

Bahnhof bleibt Baustelle

Eröffnung im September 2000?

Von Jörg Gierse

Münster-Wolbeck.

Eigentlich hätte das Team vom Bahnhof Wolbeck am 1. Dezember 1999 was zu feiern gehabt: An diesem Tag wurde das Jugendzentrum in dem alten Bahngebäude 20 Jahre alt. Doch die Jubiläumsparty blieb aus. "Uns war nicht zum Feiern zumute", sagte Bahnhof-Mitgründer Johannes Wüstefeld-Beermann. Denn der Sozialpädagoge und seine Kollegen arbeiten seit Monaten auf einer Baustelle.

Grund sind die Um- und Anbaumaßnahmen, die den Bahnhof Wolbeck seit anderthalb Jahren fast völlig lahmlegen. Zwar gehen die Arbeiten sichtbar voran: Inzwischen steht der acht Meter lange Anbau an der Seite des Gebäudes, und seit knapp vier Wochen ist auch die Betondecke eingezogen, so dass es nicht mehr hineinregnet. Der große Partyraum mit Bühne, der im Erdgeschoss des Bahnhofs entstehen soll, ist jedoch noch lange nicht fertig. Hier dominiert Beton und nacktes Mauerwerk.

"Wir sind fünf bis sechs Wochen hinter den Zeitplänen zurück" sagt Wüstefeld-Beermann und weist auf den Putz, der im alten Teil des Gebäudes von der Wand bröckelt. Der müsse zunächst ersetzt werden, dann könne man erst mit dem eigentlichen Innenausbau beginnen. Weitere bauliche und planerische Probleme kämen hinzu. "Bei einem 100 jahre alten Haus kann man eben nicht alles im Voraus berechnen", zuckt Wüstefeld-Beermann die Achseln.

Der Bauleiter des Bahnhofs Wolbeck sieht das anders. "Die Baustelle läuft, und zwar wunderbar", sagt Berthold Robers vom Hochbauamt Münster. Verzögerungen gäbe es höchstens wetterbedingt, "ansonsten soll noch vor Weihnachten das Dach drauf". Auch mit den Bauauflagen gebe es keinerlei Probleme. Das bestätigt Gerhard Löhr, Leiter des Hochbauamtes: "Wir haben bei der Planung des Gebäudes sogar die Wünsche des Trägervereins eingearbeitet". Von irgendwelchen Überraschungen könne keine Rede sein.

Die könnte es aber bei der Finanzierung geben. Durch die Folgekosten, die der Brand des Jugendzentrums im September 1998 verursachte, seien die Rücklagen des Trägervereins stark angegriffen, sagt Johannes Wüstefeld-Beermann. Daher könne sich der Bahnhof für seine neue Bühne jetzt keine anständige Licht- und Tonanlage leisten. Das städtische Amt für Kinder, Jugendliche und Familien lehnt es ab, dazu einen Zuschuß zu geben: "Wir finanzieren nur die Inneneinrichtung zu einem Drittel mit, wie bei allen anderen Jugendeinrichtungen auch", sagt Amtsmitarbeiterin Christa Hebel.

Neun Monate, so Wüstefeld-Beermann, werde es wohl noch dauern, bis der Bahnhof  Wolbeck seine Arbeit wieder aufnehmen könne. Trotz aller Eigenleistung der Wolbecker Jugendlichen, die sämtliche Holz- und Stahlarbeiten beim Innenausbau selbst ausführen und an manchen Tagen bis 22 Uhr werkeln. Johannes Wüstefeld-Beermann jedenfalls ist froh, wenn alles fertig ist: "Die sozialpädagogische Arbeit kommt momentan entschieden zu kurz."

Bahnhof mit integriertem Tonstudio

Veröffentlicht in 1998

Münstersche Zeitung

 

Bahnhof mit integriertem Tonstudio

Mitglieder des Trägervereins beschlossen Änderung am Jugendzentrum "Bahnhof Wolbeck"

Von Sven H. Häseker

Münster-Wolbeck.

Große Veränderungen stehen dem Jugendzentrum "Bahnhof Wolbeck" in nächster Zeit bevor. Ein Anbau und eine gleichzeitige Neugestaltung des bisherigen Veranstaltungsraumes soll zukünftig einer multifunktionalen Bühne mit integriertem Tonstudio und Proberaum Platz bieten. Das beschlossen die Mitglieder des Trägervereins für das Jugendzentrum. In dieser Woche soll ein Antrag mit Kostenaufstellung und genauen Bauplänen der Stadt Münster übergeben werden. Die Stadt soll als Besitzer des Bahnhofs und Zuschußgeber der Jugendarbeit das Bauprojekt mit 150 000 Mark unterstützen. Alles in allem ist diese Summe jedoch lediglich ein Drittel der Gesamtkosten von 450 000 Mark. Rund 90 000 Mark wollen die Mitarbeiter des Jugendzentrums in Eigenleistung erbringen, den Rest durch Spenden und überregionale Institutionen beschaffen. Besonderen Wert legen die hauptamtlichen Mitarbeiter, die Sozialpädagogen Johannes Wüstefeld-Beermann, Hedwig Schwaaf udn Manfred Schoppmeier, jedoch auf die Eigenleistung. Seit Jahren stellen die jugendlichen Besucher des Zentrums bereits ihr handwerkliches Können unter Beweis, zuletzt, als sie die komplette obere Etage des Gebäudes selbstständig entkernt und anschließend sanierten, um ein Cafe einzurichten. Das neue Projekt, das ab Mai 1999 für ein Jahr den Arbeitsschwerpunkt für alle haupt- und ehrenamtlichen Helfer bilden soll, ist eine neue Herauforderung, der sich alle Mitarbeiter gerne stellen, denn für sie ist das Engagement der Jugendlichen bei Umbau- und Renovierungsmaßnahmen im Jugendzentrum Teil der Arbeitskonzeption und der Garant für das Funktionieren des Bahnhofs. "Die (beim Bühnenanbau) gemachten menschlichen und handwerklichen Erfahrungen, der Erwerb von Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit und der Erwerb von Vertrauen in eine Gruppe und deren Leistungfähigkeit wird für viele Jugendliche eine entscheidende Station in ihrem Lebensweg darstellen", heißt es in der Antragsbegründung an die Stadt. "Diese (bei Planung und Umbaumaßnahmen) gemeinsam geschaffenen Werte und das dabei geschaffene Vertrauen sind die Grundsubstanz für das hohe ehrenamtliche Engagement im Jugendzentrum", heißt es in der Begründung weiter.

Nun verängstigte Nachbarn können jedoch wieder beruhigt werden. Ein Schwerpunkt in der Planungsphase war nämlich die Konzeption einer möglichst vollkommenen Schalldichte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Nachdem der bisherige Veranstaltungsraum um rund 11,80 Meter verlängert wurde, werden Bühne, vier Lagerräume für Band-Equipment, ein Raum für Bühnentechnik und eine Regiekabine installiert. Der Clou an dem ganzen: Die eigentliche Bühne und die anderen genannten Räume können duch ein sechs Meter breites Rolltor vom Rest des Veranstaltungsraumes abgetrennt werden und dann als eigene Einheit für Bandproben oder Tonaufnahmen genutzt werden. Der gesamte Schall wird dann von den rund 60 Zentimeter dicken Außenmauern beziehungsweise dem 44 Zentimeter starken Tor geschluckt. Außer für Tonaufnahmen soll die Bühne des weiteren für Shows, Kabarett und Theateraufführungen genutzt werden. Eigens für diese Zwecke soll die Bühne mit einem federnden Boden ausgelegt werden.

Heiße Hits und cooler Pool unter Plastikpalmen

Veröffentlicht in 1998

Münstersche Zeitung

 

Heiße Hits und cooler Pool unter Plastikpalmen

"Sunrise-Party" im Wolbecker Jugendzentrum

Wolbeck (BPZ)

Eine "Sunrise-Party" läutete in Wolbeck die Ferienzeit ein. Nach dem Bibbern um die Zeugnisnoten konnten am Mittwoch die Jugendlichen bei einer Open Air-Party im Jugendzentrum Bahnhof Wolbeck das Ende des Schuljahres gebührend feiern.

Bereits im Vorfeld hatten Jugendliche Helfer des Zentrums unter anderem 100 Plakate in Wolbeck, Angelmodde und Gremmendorf aufgehängt und so zur Party unter "Palmen" am "Pool" eingeladen. Wenn auch der Palmenhain nicht echt und der Pool ein Planschbecken war, so sorgten sie doch gemeinsam mit den von der DJ-gruppe aufgelegten Sommerhits für die richte Atmosphäre und ausgelssene Stimmung.

Grillwürstchen und Cocktails trugen außerdem ihren Anteil dazu bei undrundeten die Party- und Sommerstimmung ab.

Die Einladung an diesem Abend richtete sich an Teenager zwischen 14 und 19 Jahren. "Wenn 100 Jugendliche kommen, sind wir zufrieden, bei 200 freuen wir uns riesig", so Johannes Wüstefeld-Beermann, einer der drei hauptamtlich beschäftigten Sozialpädagogen im Zentrum, die während des ganzen Abends ein wachsames Auge auf die Feiernden hatten.

In den Vorjahren verandstaltete das Jugendzentrum gemeinsam mit dem Trägerverein für das Jugenzentrum Angelmodde/Wolbeck zum Ferienbeginn ein Open Air-Konzert mit Life-Bands.

Handzettel

Da in diesem Jahr jedoch kein passender und bezahlbarer "Top-Act" gefunden werden konnte, entschied man sich für die Open Air-Party, wodurch "der Spaß zum Ferienanfang genauso gegeben ist", hofften die Verantwortlichen.

An der Organisation des "Events" waren die Jugendlichen des Zentrums allerdings maßgeblich beteiligt. So gestalteten und verteilten sie beispielsweise die Plakate und Handzettel zur Party und waren für die Musik an diesem Abend verantwortlich.

Dafür wurde die Musik- und Lichtanlage, die sich übrigens mit der einer Disco messen kann, wie die Betreuer betonten, ins Freie verfrachtet. Die Mädchengruppe, die von Hedwig Schwaaf betreut wird, sorgte für die Dekoration und schüttelte die Cocktails an der Bar.

Im kommenden Schuljahr plant das selbstverwaltete Zentrum, die Zusammenarbeit mit den münsterschen Schulen zu verstärken und auszuweitern. Hierdurch soll den Schülern die Möglichkeit geboten werden, zum Beispiel "Stufen-Partys" unter professioneller Anleitung und Betreuung sowie mit hochwertiger Technik im Zentrum zu veranstalten, so die Sozialpädagogen.

Wer Interesse hat, zukünftig sein Können als DJ unter Beweis zu stellen und zwischen 14 und 16 Jahre alt ist, kann sich am 4. August um 16 Uhr im Jugendzentrum Bahnhof Wolbeck melden, so Wüstefeld-Beermann. Durch diese ehrenamtliche Tätigkeit würde den Jugenlichen Gelegenheit gegeben, an echter Profi-Technik ausgebildet zu werden und bei zukünftigen Veranstaltungen als DJ in Aktion zu treten.