Presseberichte

Brandstifter legen Bahnhof lahm

Veröffentlicht in 1998

Westfälische Nachrichten

 

Brandstifter legen Bahnhof lahm

Veranstaltungsraum mit Ruß bedeckt.

-jfo- Münster-Wolbeck.

Wer den Bahnhof betritt, dem verschlägt es den Atem: Verkohlt stinkt es aus den Räumen, der Veranstaltungsraum ist zudem millimeterdick mit Ruß bedeckt. Ein Brand hat das Jugendzentrum vorerst stillgelegt.

Am späten Sonntag abend um 22.00 Uhr war zwei Jugendlichen ein Feuerschein auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes aufgefallen. Wenige Minuten später war die alarmierte Freiwillige Feuerwehr zur Stelle, um das Schlimmste zu verhindern. An der den Gleisen zugewandten Seiten hatten der oder die Täter eine Bank und zwei Gehäuse der Lüftungsanlage in Brand gesteckt. Die Kripo, die am Montag den Brandherd zusammen mit der Spurensicherung in Augenschein nahm, geht von einer gezielten Brandstiftung aus. Die Täter hatten nach Ansicht der Polizei Ortskenntnisse, da sie offenbar wußten, wo sie großen Schaden anrichten können. Denn durch den Brand der Lüftungschächte hat vor allem der große Party- und Konzertraum Schaden genommen. Ruß und Rauch verhinderten auch gestern noch ein längeres Betreten des Raumes, als sich das Leiterteam des Bahnhofes Wolbeck zusammen mit Vertretern des Hochbauamtes, des Jugendamtes und der Provinzialversicherung vor Ort trafen. Durch die Flammen sind die Propeller der Lüfter geschmolzen. Vor mittels des direkt über der verkohlten Bank befindlichen Lüfter hat das Feuer großen Schaden angerichtet, da dieser direkt in den Veranstaltungsraum führt. Etwas ähnliches wie ein Bunsenbrenner, wie er bei Dacharbeit verwendet wird, könnten der oder die Täter laut Kripo verwendet haben. Sie vermutet, daß die einzelen Brandherde gezielt gelegt wurden. Die Täter hätten sich Mühe beim Brandstiften gegeben. Betroffenheit stand gestern in den Gesichtern des Bahnhofteams: Manfred Schoppmeier, Johannes Wüstefeld Beermann und Hedwig Schwaaf ermittelten zusammen mit Maria Spiller (Hochbauamt) und Karl-Heinz Drees (Jugendamt) den Schaden und versuchten mit einem Vertreter der Versicherung die Schadenshöhe zu klären. "Wir müssen auf jeden Fall in allen Räumen Messungen vornehmen lassen, bevor wir die Räume zur Nutzung freigeben können", erklärte Drees. Die Gruppe der Leidtragenden ist groß: Das komplette Programm -auch die geplanten Partys- fällt aus. Die Mitglieder der Band "Camarillo" (Wolbeck/Gremmendorf) mußten sich gestern vor Ort davon überzeugen, daß es mit Ihrem geplanten Bahnhofskonzert am 2. Oktober schlecht aussieht.

Große Sorgen um Bahnhof

Veröffentlicht in 1998

Westfälische Nachrichten

 

Große Sorgen um Bahnhof

BV Südost diskutierte über Schäden

-thi- Münster-Wolbeck.

Auf der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Südost, zu der sich die Mitglieder am Dienstag abend im Lehrerzimmer des Gymnasiums Wolbeck eingefunden hatten, war vom überstanden Wahlkampf nichts mehr zu spüren. In ruhiger Atmosphäre befaßten sich die Mitglieder sehr sachbezogen mit den anstehenden Problemen und Alltagsfragen. Vor der Sitzung hatte sich ein Teil der BV-Mitglieder vor Ort über den Zustand des Clemens-August-Platzes in Angelmodde informiert und sich bei einem Rundgang von der dringend erforderlichen Sanierung des Schulzentrums Wolbeck überzeugt.

Nach der Begrüßung durch den Bezirksvorstehers Uwe Gebhard unterrichtete der Leiter der Bezirksverwaltungsstelle Südost Jolk die Anwesenden über Mitteilungen der Verwaltung aufgrund von Bürgereingaben und über Bürgeranträge aus dem Stadtteil Südost. Anschließend gab Uwe Gebhard die Informationen weiter, die er aufgrund seines Amtes erhalten hatte. Einen breiten Raum der Aussprache nahm die Arbeit im Kinder- und Jugendbereich ein. Zunächst erläuterte Clemens Homann vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien den Bericht über Tagesbetreuung von Kindern 1998/1999. Hierbei ging er besonders auf die Situation im Stadtteil Münster Südost ein. Nach seinen Ausführungen liegt der Versorgungsgrad bei Kindergartenplätzen für drei- bis sechsjährige Kinder im Bereich Münster-Südost bei 95 Prozent und für eine ganztägige Betreuung stehen hier 2000 Plätze zur Verfügung. Von den Mitgliedern der Bezirksvertretung wurde in diesem Zusammenhang der Mangel an Betreuungsplätzen für sechs- bis 14jährige Schulkinder außerhalb der Schulzeit hervorgehoben.

Anschließend legte Karl-Heinz Drees vom Amt für Kinder, Jugendliche und Familien den Umfang der finanziellen Aufwendungen für die Jugendarbeit dar. Rund 80 Prozent der Aufwendungen entfallen auf Personalkosten und Investitionen, während 20 Prozent der gewährten Mittel auf die Förderung von Aktivitäten entfallen. Die Politiker diskutierten weiter die Folgen des Brandes im Bahnhof Wolbeck. Der Umfang der erforderlichen Sanierungsarbeiten ist noch nicht endgültig zu übersehen, zumal noch nicht alle Ermittlungergebnisse vorliegen. Das gesamte Gebäude ist derzeit nicht nutzbar. Die Jugenarbeit des Bahnhofs kann nur sehr eingeschränkt in den von der evangelischen Christusgemeinde zur Verfügung gestellten Räumen fortgeführt werden. Nach den Worten von Johannes Wüstefeld-Beermann ist der Bestand des Trägervereins aufgrund der auftretenden finanziellen Probleme stark gefährdet. Die Mitglieder der Bezirksvertretung bekunden den Willen, nach Wegen der Möglichkeiten zu suchen, um das Überleben des Trägervereins zu gewähren.

Zum Abschluß der öffentlichen Sitzung stimmten die BV-Mitglieder neuen Straßenbenennungen zu. Danach erhalten die links und rechts vom Hause "Heidestraße 11" abzweigenden Stichstraßen ebenfalls den  Namen "Heidestraße". Das südliche Teilstück der Straße Delstrup wird in "Wilhelm-Holthaus-Weg" umbenannt.

Sanierung nach Brand beginnt

Veröffentlicht in 1998

Westfälische Nachrichten

 

Sanierung nach Brand beginnt

Finanzprobleme nach Einnahmeausfall / Gesamtschaden rund 200 000 DM.

Von Jan Focken 

Münster-Wolbeck

Wann der Bahnhof Wolbeck seine Pforten wieder öffnet, steht noch in den Sternen. Am 13. September war der Treffpunkt derWolbecker Jugendlichen ein Opfer der Flammen geworden (die WN berichteten). Auf rund 120 000 Mark beläuft sich nach vorläufiger Schätzung allein die Sanierung der Bausubstanz des Bahnhofs Wolbeck.  Schätzungsweise  70 000 bis 80 000 Mark wird zudem der Ersatz des Inventars kosten. Die komplette Discoanlage ist hinüber, eine Videowand, ein Internetrechner und zahlreiche weitere Gegenstände.

Nutzbar ist zur Zeit keiner der Räume. Durch den Brand der Lüftungsanlage wurde nicht nur der Veranstaltungsraum vollkommen zerstört, sondern auch das restliche Gebäude durch Ruß und Rauch in Mitleidenschaft gezogen. Krisensitzungen wie die gestrige, als das Bahnhofsteam zusammen mit einem Vertreter der Sanierungsfirma und Maria Spiller vom Hochbauamt der Stadt Münster ein Gespräch über den Ablauf der Arbeiten führte, sind die einzigen Veranstaltungen, die es zur Zeit dort gibt.

Volker Berndt kann nur mit den Schultern zucken, wenn er gefragt wird, wann die Sanierung beendet sein wird: Am Montag wird ein Team der "Berndt Brandschaden Sanierung" (BBS) anrücken und beginnen, den Veranstaltungsraum des Bahnhofs komplett zu entkernen. " Wir werden auch die Zwischwndecken rausreißen, um zu sehen, wie weit die Schadstoffe vorgedrungen sind. Erst während der Sanierung kann man den Umfang der Arbeiten bestimmen." Probleme hat das Bahnhofsteam, auch wenn der Brandschaden über Versicherungen gedeckt ist. "Gegen den Einnahmeausfall sind wir jedoch nicht versichert", erklärt Wüstefeld-Beermann. In der Haupteinnahmezeit, die regulär jetzt zur kalten Jahreszeit beginnen würde, hat der Bahnhof Einnahmen von durchschnittlich 5000 DM monatlich, im Spitzenmonat Februar auch schon mal 9000 Mark. Die Kosten des Trägervereins, etwa die Gehälter laufen weiter. "Nachher ist das Gebäude fertig und der Trägerverein ist pleite", malt Wüstefeld-Beermann die düstere Version aus. "Um uns zu helfen wäre eine politische Entscheidung im Kinder- und Jugendhilfeausschuß nötig", erklärt er die Situation. Jetzt hofft das Bahnhofsteam auf eine Überbrückungshilfe von Seiten der Stadt.

Ein weiteres Problem beschreibt Schoppmeier: Etwa alle vier bis fünf  Jahre ist der Bahnhof Anlaufstelle für eine neue Generation. Die neue Zielgruppe des Bahnhofs steht nach erfolgtem Generationswechsel jetzt vor verschlossenen Räumen. Um so dankbarer sind Wüstefeld-Beermann und Schoppmeier, daß die evangelische Kirche dem Bahnhof "spontan Asyl" gewährte. Jeden Dienstag und Donnerstag kann in den Räumlichkeiten der Kirchengemeinde der Jugentreff stattfinden und am Dienstag hat ab 16 Uhr auch die Mädchengruppe eine provisorische Bleibe gefunden.

Reibungslose Zusammenarbeit

Veröffentlicht in 1998

Westfälische Nachrichten

 

Reibungslose Zusammenarbeit

Jugendzentrum "Bahnhof Wolbeck" konnte Übergangsquartier verlassen.

-him- Münster-Wolbeck.

Knapp zwei Monate lang fand das Jugenzentrum "Bahnhof Wolbeck" in den Räumen des evangelischen Gemeindezentrums Asyl. Bei einem Brand im Veranstaltungsraum am 13.September war der Jugendtreffpunkt derart zerstört worden, daß eine Nutzung des alten Bahnhofs am Steintor nicht mehr möglich war.

Anfang November jedoch konnte das Ausweichquartier im evangelischen Gemeindezentrum wieder verlassen werden. Die Sanierungsarbeiten am Bahnhof Wolbeck sind inzwischen so weit fortgeschritten, daß das Gebäude wieder für die Jugendarbeit genutzt werden kann. Das Café ist mittlerweile von Grund auf saniert und wird bereits wieder besucht. Jugendliche können den Treffpunkt jetzt wieder dienstags, mittwochs und donnerstags von 14 bis 22 Uhr aufsuchen.

"Auch der Veranstaltungsraum ist inzwischen komplett entkernt", informiert Benjamin Walter, der derzeit seinen Zivildienst im Bahnhof Wolbeck ableistet. Was die Gestaltung des Raumes nach der Sanierung angeht, habe man sich noch nicht festgelegt. "Voraussichtlich werden aber einige Änderungen gegenüber dem vorherigen Zustand vorgenommen", so Benjamin Walter.

Die Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirchengemeinde bewertet der Zivildienstleistende durchweg positiv: "Wir hatten keinerlei Probleme", schaut er auf die Zeit im Ausweichquatier zurück. Zwar habe man in den Räumlichkeiten des evangelischen Gemeindezentrums kein Jugendcafé wie im Bahnhof anbieten können. Dafür habe sich aber eine Möglichkeit ergeben, mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern in Kontakt zu bleiben.

Auch Pfarrer Stephan Kreutz zeigt sich zufrieden mit der reibunglos verlaufenden Symbiose mit dem Jugendzentrum: "Das war für uns eine wichtige Erfahrung", lautet sein Resümee im Hinblick auf die gemeinsame Nutzung der Räume im evangelischen Gemeindezentrum.

Selbstbehauptung mit Tritten und Worten

Veröffentlicht in 1998

Münsterische Zeitung

 

Selbstbehauptung mit Tritten und Worten

Elfköpfige Mädchengruppe des Jugendzentrums Bahnhof Wolbeck trainierte in Haltern.

Wolbeck

Ein lautstarkes "Nein!" und "Weg!" waren am letzten Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes Schlagworte einiger Wolbecker Mädchen unterstützt von kräftigen Fußtritten und Handballenschlägen. Elf Mädchen der Mädchengruppe des Jugenzentrums Bahnhof Wolbeck nahmen mit der Sozialpädagogin Hedwig Schwaaf von Freitag bis Sonntag an einem "Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungs Workshop" in Haltern teil.

Der anschaulichen Demonstration von Angriffs- und Verteidigungsszenen durch die Trainer Petra Wilde und Olaf Schawe folge dann das eigene aktive Ausprobieren der verschiedenen Verteidigungstechniken.

Um sich gegenseitig nicht zu verletzen, wurden bei harten Tritt- und Schlagübungen spezielle Schlagkissen eingesetzt. Manches Mädchen stellte beim Zutreten fest:"Ich hab` gar nicht gewußt, daß ich so stark bin."

Ziel des Kurses war es, den Mädchen zu veranschaulichen, daß nicht die passive Opferhaltung, sondern eine aktive Gegenwehr in Gewaltsituationen sinnvoll ist.

Auch Verteidigungsübungen, die mit Technik und geringem Krafteinsatz wirkungsvoll funktionieren, wurden ausprobiert und eingeübt. In Rollenspielen wurden Durchsetzungsvermögen und eine klare Körpersprache trainiert, um sich gegen lästige Anmache willensstark, aber nicht beleidigend, zur Wehr zu setzen.

Neben den praktischen Übungen zur Verteidigung wurden auch interessante Informationen über Gewaltstatistiken und Charakteristika der Täter vermittelt. Wichtig sei es, dem eigenen warnenden Gefühlen in Gefahrensituationen zu vertrauen, wurde dabei betont.

Viel Spaß, Muskelkater und das Gefühl sich in Gewaltsituationen erfolgreich zur Wehr setzen zu wollen und zu können, waren das Fazit des Wochenendes.