Presseberichte

Drehen ist angesagt - WN 16.07.2011 (Werkzeug-Workshop)

Veröffentlicht in 2011

Workshop im Jugendzentrum Bahnhof Wolbeck

 

Münster-Wolbeck. Bohrmaschinen kennt jeder und fast jeder hat auch schon einmal Löcher damit gebohrt. Aber mit einer Drehbank gearbeitet, die die Form von runden Werkstücken aus Stahl oder Aluminium verändert, das hat fast kaum jemand bisher gemacht.

Seit vier Wochen gibt es ein besonderes Angebot im Werkbereich des Jugendzentrums Bahnhof Wolbeck, das es so noch nie gab. Zur Zeit stehen zwei Metalldrehbänke zur Verfügung und werden für einen Drehworkshop genutzt. Drehbänke werden normalerweise in Metallwerkstätten eingesetzt und dienen zur Herstellung runder Werkstücke aus Metall oder Kunststoff. Unter Anleitung von Johannes Wüstefeld-Beermann haben viele Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren erste kleine Werkstücke an diesen Maschinen hergestellt. Dabei ging es am Anfang für jeden Teilnehmer erst einmal um das Kennenlernen der verschiedenen Funktionen der Drehbänke. Nach den ersten Übungseinheiten durften die Teilnehmer eigene Ideen verwirklichen. So wurde ein Ring aus Edelstahl gedreht sowie Flaschenöffner hergestellt. "Leider stehen die Drehbänke nur zeitlich begrenzt zur Verfügung, aber vielleicht ergibt sich noch einmal eine Fortsetzung dieses spannenden Werkangebotes", hofft das Team vom Bahnhof.

Niklas Sandfort (r.) probiert die Metal-Drehbank im Bahnhof Wolbeck aus.


Wolbecks Bahnhof hat eine Mission - MZ 14.01.2011 (Chronik 30 Jahre)

Veröffentlicht in 2011

 

Wolbecks Bahnhof hat eine Mission


Chronik eines Jugendzentrums

 


Katrin Noll (l.) und Anika Wilmsen stellen die Festchronik vor. (Foto: Peter Sauer)

Der imposante Backsteinbau mit seinen historisierenden Jugendstilelementen steht schon seit 1901 an den WLE-Gleisen in Wolbeck. Im Herbst 1975 kam dort der letzte Personenzug vorbei. Seit 1979 ist der Bahnhof ein Jugendzentrum - mit eigener Geschichte.

Die ersten 30 Jahre hat das Redaktionsteam um Anika Wilmsen, Katharina Grützmacher und Johannes-Wüstefeld-Beermann zu einer unterhaltsamen und reich bebilderten Chronik zusammengefasst. Mehr als 140 Jugendliche fanden sich 1974 im "Initiativkreis für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum Angelmodde-Wolbeck" zusammen. Daraus entstand ein Trägerverein. Bis heute ist der Bahnhof Wolbeck in Münster und Umgebung einmalig: als von ehrenamtlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen gegründetes und verwaltetes Jugendzentrum, unterstützt von pädagogischen Mitarbeitern und der Stadt Münster.

Umbauaktionen

Die Wahl fiel auf den verlassenen Bahnhof Wolbeck, weil die jungen Leute aus den Pfarr- und Jugendheimen in Angelmodde-West und Wolbeck hinausgeflogen waren. Johannes Wüstefeld-Beermann ist "Gründungsvater" des Bahnhofs, arbeitet dort als Sozialpädagoge. Ob Streichen, Zimmern, Steine schleppen, Dekorieren oder Organisieren: Jede neue Generation Jugendlicher hat im Bahnhof eine größere Umbauaktion durchgeführt, viele Lehrlinge bringen ihr Wissen mit ein. Die Eichenbretter der Theke stammen von der alten Tiergartenbrücke.

Die H-Blockx probten regelmäßig im Bahnhof, auch Roger Trash und Carsten Höfer traten auf. Ein heute gefragter DJ bediente schon als Elfjähriger das Mischpult im Bahnhof.

Auch Schattenseiten sind erwähnt

Die Jubiläumschronik widmet sich auch den Schattenseiten. Sie erzählt von Problemen mit Alkohol und Gewalt, vom Kampf um Lärmschutz und von einem Brandanschlag 1998.

Knapp ein Drittel der Gesamtkosten werden im Jahresschnitt selbst erwirtschaftet - durch Veranstaltungen, Café-Betrieb, Spenden und Teilnehmerbeiträge. Auch Erwachsene sind gern gesehene Gäste im Bahnhof Wolbeck, bekommen dort jederzeit einen Kaffee oder ein Wasser angeboten. pws

 

Chronik und Cafe

Die Festchronik "30 Jahre Jugendzentrum Bahnhof Wolbeck" gibt es für 8 Euro im Bahnhof Wolbeck. das Jugendcafe ist dienstags bis donnerstags von 15 bis 21 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Jeden Freitag findet ein Konzert, eine Theatervorstellung oder eine Party statt. dazu gibt es zahlreiche Sonderaktionen und regelmäßige sozialpädagogische Beratungsangebote. pws

Es fehlt in Münster an Alternativen - WN 03.04.2011 (Freitagsveranstaltungen)

Veröffentlicht in 2011

 

 

Jugendzentrum: „Es fehlt in Münster an Alternativen“


Münster-Wolbeck - Matthias Schulz vom Trägerverein Bahnhof Wolbeck steckt in einem Dilemma: „Wir haben Zulauf aus ganz Münster, sogar aus Gievenbeck und Handorf kommen Jugendliche, aus Everswinkel, Albersloh und Telgte. Wir haben begrenzte Kapazitäten für circa 300 Jugendliche; mehr hereinzulassen wäre fahrlässig. Wir haben mit dem Jugendamt, Polizei und Ordnungsamt die Situation analysiert: In Münster gibt es kaum noch Jugendzentren, die am Wochenende Alternativen zum Bahnhof Wolbeck anbieten.“


Im Gespräch mit den Jugendlichen erfuhr Schulz, dass viele - auch sehr junge - Partygäste vormals in der mittlerweile geschlossenen Disco „Go Parc!“ feierten. „Ich weiß von Eltern, die froh sind, dass ihre Kinder jetzt im Bahnhof feiern und nicht in Discos gehen, wo harter Alkohol ausgeschenkt wird.“


In Absprache mit Jugendamt und Ordnungskräften wird seit Herbst der Einlass nur noch mit gültigem Personalausweis erlaubt, um Kids unter 14 Jahren herauszufiltern. „Im direkten Umfeld des Bahnhofs sorgen wir selber für Ordnung, soweit uns das gelingt. Der Service- und Ordnungsdienst ist in Wolbeck unterwegs und behält dann auch den Marktplatz und andere Orte im Blick. Der SOS-Dienst kann auch Ordnungsstrafen verhängen, die Eltern informieren oder Platzverweise erteilen.“



Seit einiger Zeit bewirbt der Bahnhof seine Partys nicht mehr mit Flyern. Die Jugendlichen verabredeten sich aber übers Internet. „Es gibt immer Wellenformen: Mal ist ein Partyort total angesagt, dann ist wieder was anderes ,in´. Es gibt die berechtigte Hoffnung und den Trend, dass der Zustrom von außerhalb langsam abreißt. Es ist nicht unser Auftrag, Jugendliche aus ganz Münster aufzunehmen. Die Nachfrage ist aber da, und es hat auch seine Berechtigung, dass Jugendliche am Wochenende tanzen und Musik hören wollen.“

Ein Jugendzentrum lebe immer in einem Spannungsfeld, meint Schulz: „Die einen, die am Wochenende ihre Ruhe haben wollen, und die anderen, die das Angebot der Jugendeinrichtung zu schätzen wissen. Schade ist, dass einige wenige, die negativ auffallen, das Ganze in ein schlechtes Licht rücken.“

Mit Skyline und Tänzern - WN 03.01.2011 (Umgestaltung Eingangsbereich)

Veröffentlicht in 2011

Mit Skyline und Tänzern WN 03.01.2011

Mädchengruppe des Jugendzentrums Bahnhof Wolbeck gestaltet Räume kreativ

-anh- Münster-Wolbeck. Ein kreatives Projekt zugunsten ihres Jugendzentrums gehen im neuen Jahr die acht Mädchen einer Mädchengruppe des "Bahnhof Wolbeck" an: Der Eingangsbereich zur Bahnseite und ein Durchgangsraum zum Party-Bereich bekommen ein ganz anderes Aussehen verpasst. Das wird nicht ganz einfach: Schwarzlicht kommt zum Einsatz, ganz neue Farbkombinationen wollen gemischt sein, auf Wände und auf Lack muss gestrichen und auch mit Airbrush gesprüht werden, zudem geht es hoch unter die Decke.

Sorgen machen sich die acht sechzehn bis siebzehn Jahre alten Mädchen keine. Warum auch - sie kennen sich, seit sie in der sechsten oder siebten Klasse zum Bahnhof kamen und haben schon den Mädchengruppenraum eigenständig gestaltet. Dass der Untergrund der Farbe vorbereitet sein will, Metall anders anzugehen ist als die Wände - alles schon klar.

Rat für Spezialfragen holen sich die acht und ihre Leiterin Katrin Noll dennoch gern. Sven Grüntgens ist der Meister des Lichts, weiß Bescheid bei Schwarzlicht und Lichtführung. Dann kommt noch Mark Kocian um die Ecke. Endlich: alle waren an diesem Mittwoch schon gespannt, was er wohl an Entwürfen mitbringt. Die meisten der Gruppe hatten sich ein Jugendzentrum in Bielefeld angesehen und dort inspirieren lassen: Etwas mit Skyline, die über Wolken ragt, darüber tanzende Menschen. Münsterische und Wolbecker Motive sollen auch zur Geltung kommen.

"Dann leg` mal auf den Tisch, was du hast!" Alle stürzen sich auf Marks Entwürfe: Die Gruppe ist begeistert und präsentiert sich gern mit den Ideen für ein Foto. Im Durchgangsraum zum Party-Bereich haben sich die acht etwas Praktisches ausgedacht: Damit jeder Besucher weiß, wo es langgeht, bekommt die Tür eine DJ-Grafik. Für informative Plakate bekommen die Wände gemalte Rahmen.

Musical-Darsteller spenden für Japan - MZ 20.04.2011 (Spendenaktion)

Veröffentlicht in 2011

DRK-Sprecherin Nina Heckmann (li.) nahm von den Wolbecker Musical-Darstellern den Scheck entgegen. (Foto: Cornelia Pfeifer)

 

„Wir hatten schon früh die Idee, die Einnahmen aus unserem Musical zu spenden. Als dann die Katastrophe in Japan passierte, haben wir uns entschieden, das Geld dorthin zu schicken“, erzählte eine der jungen Darstellerinnen. Neben den Eintrittsgeldern der rund 150 Besucher haben die Nachwuchsschauspieler noch zusätzliche Spenden gesammelt: „Nach der Vorstellung standen einige Darsteller mit ihren Hüten am Ausgang und haben um Spenden für Japan gebeten“, sagt Sozialpädagogin und Regisseurin Katharina Grützmacher.

Beide Aufführungen ausverkauft

Beide Musical-Aufführungen waren komplett ausverkauft. So wurde die sechsmonatige Probezeit für das Stück rund um die Entstehungsgeschichte eines Musicals und den Alltag im Jugendzentrum auch mit einer hohen Spendensumme belohnt. Über die freute sich nun Nina Heckmann, Sprecherin vom DRK. Den Kontakt zu ihr hatte einer der Darsteller hergestellt, der seinen Zivildienst als Rotkreuzler leistet.

Wichtiger Beitrag

„Bei zwei Millionen freiwilligen Helfern in Japan sind die Menschen dort vor allem auf finanzielle Hilfe angewiesen“, erklärte Heckmann. In Münster sei die Betroffenheit und Hilfsbereitschaft sehr groß. Die Spende der Jugendlichen zeige, dass auch kleine Projekte einen wichtigen Beitrag leisten können. „Das kann auch für andere Projekte eine Anregung sein“, sagte Heckmann. Die 15- bis 23-jährigen Musicaldarsteller machen jetzt erst einmal eine Pause bis zu den Sommerferien. „Im September fangen wir dann wieder an – aber womit genau, das steht noch nicht fest“, sagt Katharina Grützmacher.